Keltia
www.keltia.de
Keltia

 

 

  Aktuelles    Internationale Nachrichten    Interviews    Dokumentation    Sekten-Nein Danke     Kontakt

Aktuelle Auswahl:  

>Home  >Kreis der Barden  >Gedichte/Geschichten  >Cad Goddeu
 

 

 

 

   Keltia

 

   Veranstaltungen

 

   Empfehlungen

 

   Segen

 

Kreis der Barden

 

Die Schlacht von Goddeu  (Book of Taliesin)

übersetzt von Kreis der Barden

Ich war in vielen Gestalten
Bevor ich eine beständige Form fand.
Ich war die schmale, geflammte Klinge des Schwerts.
(Ich werde es glauben, wenn es sich zeigt.)
Ich war eine Träne in der Luft.
Ich war der matteste der Sterne.
Ich war ein Wort inmitten von Buchstaben.
Ich war ganz zu Anfang ein Buch.
Ich war das Licht der Laternen,
ein und ein halbes Jahr.
Ich war eine Brücke zum Überschreiten,
von dreimal zwanzig Flüssen.
Ich war ein Weg, ich war ein Adler.
Ich war ein Lederboot1 auf dem Meer.
Ich war entgegenkommend beim Bankett.
Ich war ein Tropfen in einem Regenschauer.
Ich war ein Schwert, fest von der Hand gepackt.
Ich war ein Schild im Kampf.
Ich war die Saite einer Harfe,
Verborgen für neun Jahre.
Im Wasser, in der Gischt.
Ich war ein Schwamm im Feuer.
Ich war das Holz im Dickicht.
Ich wüßte nicht zu schweigen über
Einen Kampf, wenngleich klein,
Dem Kampf in der Schlacht von Goddeu der Zweige,
Gegen den Herrscher von Britannien2,
Wo die Pferde vorbeizogen
Und Flotten voller Reichtümer.
Dort zog ein Ungeheuer vorbei mit gähnendem Kiefer
einhundert Köpfe hatte es,
Und ein Kampf wurde ausgefochten
Unter seiner Zungenwurzel;
Und ein anderer Kampf
Oben in seinem Hinterkopf.
Eine riesige, schwarze Kröte,
mit einhundert Krallen,
Eine gefleckte, kammbewehrte Schlange,
Die an ihren Fleisch straft
Einhundert Seelen für ihre Sünden.
Ich war in Caer Fefynedd,
Dorthin eilten Gräser und Bäume.
Wandernde Sänger sangen,
Kriegerbünde staunten,
Über die Erhebung der Briten,
von Gwydyon angestiftet.
Es tönt ein Ruf zum Himmel
Zu Christus, auf daß der ewige
Die Erlösung jener wirke, die er geschaffen.
Und Herr antwortete ihnen,
Durch die Sprache und die Elemente:
So nehmt an die Formen der wichtigsten Bäume,
Stellt Euch in Schlachtreihe auf.
Haltet zurück alle,
Die unerfahren im Kampf Mann gegen Mann.
Als die Bäume verzaubert wurden,
da glaubten sie, keine Bäume zu sein.
Und die Bäume erhoben ihre Stimmen
Und durch die Saiten der Harmonie
Wurde der Disput beendet.
Laßt uns die schweren Tage verkürzen,
Eine Frau hielt das Getöse zurück,
Lieblich trat sie hervor,
Als erste in den Reihen, das Oberhaupt war eine Frau.
Eine unermüdliche Kuh in unseren Reihen
wir würden niemals zurückweichen.
Das Blut von Männern bis hinauf zu unseren Schenkeln
Ist die größte aller beharrlichen geistigen Anstrengungen,
die es je in der Welt gab.
Und es endete einer damit,
daß wir über die Sintflut nachdachten,
Und Christus am Kreuz,
Und den Tag des Gerichts, der nahebei.
Die Erlen in der ersten Reihe
Sie bildeten die Vorhut.
Die Weiden und Ebereschen
Traten spät in die Schlacht.
Die Pflaumen, die nur wenige sind,
waren nicht beliebt bei den Menschen.
Die ausschweifenden Mispeln
Waren Gegenstand des Streits.
Die stechenden Rosenbüsche,
gegen eine Horde von Riesen.
Der Himbeerzweig tat
Was man besser unterlässt
Um der eigenen Sicherheit willen.
Liguster und Geißblatt
Und der Efeu an der Front
Wie der Stechginster im Kampf.
Der Kirschbaum ward herausgefordert.
Die Birke, obzwar edelmütig,
Trat zu spät in die Reihen.
Es geschah nicht aus Feigheit,
Sondern wegen ihrer Größe.
Der Goldregen erinnerte daran
Daß Deine wilde Natur etwas Fremdes ist.
Die Tannen im Pferch,
Sitz des Streits
Von mir sehr gepriesen
In Gegenwart von Königen.
Die Ulme mit ihrem Gefolge,
wich keinen Fuß breit zur Seite
Sondern schlägt mittendrein
Und an den Flanken und am äußersten Ende.
Von den Haselsträuchern wurde geurteilt
Daß Deine geistige Anstrengung wahrlich groß war.
Der Liguster, zufrieden mit seinem Los,
Der Bulle in der Schlacht, der Herr der Welt.
Morawg und Morydd
Wurden wohlhabend an Föhren.
Die Stechpalme, grün gefärbt.
Sie war die Heldin.
Der Weißdorn, umgeben von Dornen,
Schmerz austeilend.
Das Espenholz wurde überwältigt
Sehr oft gebrochen im Kampf.
Der Farn wurde geplündert.
Der Besenginster, in der ersten Schlachtreihe,
In den Gräben wurde er verwundet.
Der Stechginster schlug sich nicht gut
Dennoch verbreitete er sich.
Siegreich war das Heidekraut,
hielt den Feind an allen Seiten ab.
Das gemeine Volk ward verzaubert
Während die Männer vorüberzogen.
Die Eiche, schnell beweglich,
vor ihr zittern Himmel und Erde.
Ein tapferer Torwächter gegen den Feind
Wird ihr Name genannt.
Die Glockenblumen vereinten sich
Und verursachten Aufruhr.
Und wurden beim Zurückschlagen zurückgeschlagen.
Andere, die durchbohrt wurden,
Die Birnbäume, die besten Eroberer
Im Kampf in der Ebene.
Ein sehr zorniges Holz,
Die Kastanie ist schüchtern.
Der Gegner des Glücks,
Die Kohle wurde schwarz,
Der Berg krümmte sich,
Die Wälder wurden ein Brennofen
Es wird zuerst eine große Flut sein
Und wenn der Ruf gehört werden wird
Die Wipfel der Birken bedeckten uns mit Blättern
Und verwandelten uns, und geboten unserem Schwinden Einhalt
Die Zweige der Eiche halten uns umfangen
Aus dem Gwarchan des Maelderw.
Lächelnd an der Felswand
Der Herr ist nicht von hitziger Art
Nicht von Mutter oder Vater,
bin ich geboren
Als ich entstand,
erschuf mich mein Schöpfer,
Aus neun Arten von Eigenschaften
Aus der Frucht der Früchte
Aus der Frucht des ursprünglichen Gottes
Aus Schlüsselblumen3 und Blüten der Hügel
Aus den Blüten der Bäume und Büsche
Aus Erde, auf irdische Art
Ward ich geformt.
Aus der Nesselblüte,
Aus dem Wasser der neunten Welle
Ward ich verzaubert von Math
Bevor ich unsterblich wurde
Ich ward verzaubert von Gwydyon
Dem großen Erneuerer der Briten
Von Eurwys, von Euron
Von Euron, von Modron.
Von fünf Heeren Wissender4,
Lehrer, Kinder Maths.
Als der Verlust geschah,
wurde ich vom Herrscher verzaubert.
Als er halb verbrannt war,
wurde ich vom Weisesten
der Weisen verzaubert, in der einfachen Welt.
Als ich ein Wesen hatte;
Als der Gönner der Welt in Würden stand,
war der Barde an Gunst gewöhnt.
Zum Singen von Lobliedern bin ich geneigt, die die Zunge rezitiert
Ich spielte im Zwielicht,
Ich schlief in Purpur
Ich war wahrlich inmitten des Zaubers
Mit Dylan, dem Sohn der Welle
Im Umkreis, in der Mitte
Zwischen den Knien von Königen
Zerschmetterte gar nicht kühne Speere
Als vom Himmel herab
In die große Tiefe
Fluten stürzten,
In der Schlacht werden sein
Vier mal zwanzighundert
Die sich aufteilen werden nach ihrem Willen.
Sie sind weder älter noch jünger
Als ich selbst, in ihren Abteilungen.
Ein Wunder, Hundertschaften5 werden geboren, jede eine von neunhundert.
Er war auch bei mir
Als mein Schwert mit Blut befleckt war.
Ehre wurde mir zuteil
Vom Herrn, und Schutz (war) wo er sich aufhielt
Wenn ich dort hinkomme, wo der Eber getötet wurde
Wird er entstehen, vergehen,
und viele Sprachen formen.
Der Glänzende mit der starken Hand, sein Name,
Mit seinem Glanz beherrscht er seine Scharen.
Die sich wie Feuerstrahlen verbreiten würden,
wenn ich in die Höhe steige.
Ich war eine gefleckte Schlange auf einem Hügel
Ich war eine Natter in Llyn.
Ich war eine gekrümmte, scharfe Sichel
Ich war ein grimmiger Speer
Mit meinem Gewand und meiner Schale
Künde ich kein Unheil
Vier mal zwanzig Rauchwolken
Für jeden, der sie forttragen mag.
Fünf bewaffnete Heere
Wird mein Messer fangen
Sechs falbe Pferde
Hundertmal besser ist
Mein milchfarbenes Roß
So flink wie eine Seemöwe
Die nicht zwischen Meer und Küste läuft.
Bin ich nicht überragend auf dem Blutfeld?
Über ihm thronen hundert Häuptlinge
Blutrot (ist) das Juwel an meinem Gürtel
Golden mein Schildsaum.
Es ist keiner geboren, im Spalt (wie ich)
Der mich besuchte
Außer Goronwy
Aus den Tälern von Edrywy.
Lang und weiß sind meine Finger
Lang ist es her, seit ich ein Hirte war.
Ich bereiste die Erde,
bevor ich bewandert im Lernen wurde.
Ich bin gereist, ich wanderte im Kreis
Ich schlief auf hundert Inseln
Ich wohnte in hundert Burgen6.
Ihr kundigen Druiden,
verkündet es Artus,
was eher da war
Als ich, von dem sie singen.
Und einer kommt und
denkt an die Sintflut
Und die Kreuzigung Christi
Und den Tag des Gerichts, der nahebei.
Ein goldener Edelstein in goldenem Juwel.
Ich bin prächtig
Und voll Übermut
Angesichts der Unterdrückung der Fferyllt7

1 - Coracle
2 - Guledig of Prydain
3 - auch: Primel
4 - „scientific ones“
5 - Canhwr (wal.): Hundertschaft von Männern
6 - Caers (wal.): Hügelfestungen, Burgen
7 - Fferyllt (wal.): Goldschmied oder Metallarbeiter; in N. Tolstoys „Auf der Suche nach Merlin“ wird dieser Schlußsatz als „mir wird Wohlleben zuteil werden wegen der Prophezeiung des Vergil“ übersetzt,  also als Anspielung auf das Book of Fferyllt. Allerdings ist das schon sehr tendenziös, denn der Urtext sagt „I am splendid and shall be wanton from the oppression of the fferyllt“. Eine derartige Lesart kommt nur zustande, wenn man „oppression“ (Unterdrückung) einfach wegläßt – und das kann man wirklich nur als bewußte Verfälschung auffassen.

 

zurück zur Übersicht

nach oben

 

 

 

 Sitemap

©2012 - Copyright  Comardiia Druuidiacta / Nemeton Dearraich               Impressum

english informations