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Projekte
Feuerlauf und Feuerprobe
Die Feuerprobe
Kulturelle Zusammenhänge und Körpertechniken in der Praxis des Feuerlaufs
AM - Zeitschrift der Gesellschaft für anthropologische Medizin
Mit Clinia würde ich auch über das Feuer gehen / (Senofonte. Simposio, 16) Paolo Bartoli: Professor für kulturelle Anthropologie, am Institut für Ethnologie und kulturelle Anthropologie der
Universität von Perugia. “It should be our task, as anthropologists to experience others bodies through our own bodies and to learn more about some of somatic states that we can understand but about which we know little
beyond the inadequate verbal descriptions of our society” / (Blacking J. eur. 1977: 8)
Vorwort:
Es gehört zu der Erfahrung von vielen Anthropologen sich mit dem Verdacht der auch aus dem inneren dieser Disziplin kommt, sich
nur mit bizarren Phänomenen auch Nebenbeiphänomenen von Resten und seltsamen Dingen die eher zu einem Sammler von exotischen Raritäten passen würden als zu einem Menschen der Wissenschaft, auseinandersetzen zu müssen.
Und eine Forschung über die Praxis des Feuerlaufens 2) erscheint auf den ersten Blick diesen Verdacht zu bestätigen. Ich denke
aber, daß es wenigstens den Anspruch auf ein bißchen Legitimität hätte wenn es ein neues Dokument oder eine Beifügung zu
jenem Archiv internationales de tecniques corporelles in denen Levi-Strauss die Wichtigkeit der Körpererfahrung kommentierte
indem er den Aufsatz von Mauss über die Körpertechniken kommentierte (Claude Levi-Strauss in MAUSS M. 1991 (1950): XIX) gäbe
.Um ehrlich zu sein hat diese Arbeit von Mauss vielleicht eher auf den täglichen sozial nützlichen Gebrauch des Körpers und auf das
scheinbar natürliche hinweisend hat er überhaupt nichts gesagt über das Feuerlaufen. Dies erscheint eher seltsam wenn man
bedenkt , daß er in seinem Aufsatz über die Wahrnehmung der Menschen über den Feuerlauf der alten Hirpi Sorani spricht. (MAUSS
M. 1991 (1950): 371) . In Wirklichkeit ist die Ausübung des Feuerlaufes mit nackten Füßen über glühende Kohlen , über glühende
Steine eine körperliche Technik die normalerweise stark ritualisiert wurde und zu den beunruhigsten und rätselhaftesten auf dieser Erde gehört die dokumentiert worden sind 3).
In der klassischen Welt ist die Zeremonie die am meisten zitiert wurde genau jene der Hirpi Sorani das war in den Bergen von
Soratte im faliskischen Gebiet nicht weit von Rom. Und so schreibt Strabone: “ am Fuße des Berges ist die Stadt von Feronia
gleichnamig mit einer eingeborenen Gottheit die sehr verehrt wird von den Bewohnern dieser Region. Sein Heiligtum ist nahe der
Stadt und dort wird ein seltsames Ritual ausgeübt. Die Gläubigen besessen von der Göttin laufen auf nackten Füßen über ein
langes Stück Straße das mit glühenden Kohle und Asche bedeckt ist, ohne sich dabei zu verbrennen. (Geografia, V, 2,9) 4)
Der selbe Strabone (Geografia.XII, 2,7) erwähnt auch eine Zeremonie die in Castabala in Cappadocia ausgeübt wurde. Die
Priesterin die dem Kult von Artemide Perasia geweiht war lief barfuß über einen Glutteppich ohne sich dabei zu verletzen. Das sind
die 2 antiken Beispiele vom Feuerlaufen die auch Frazer erwähnt in seinem Kapitel “The golden bough” das sich mit den
Feuerfestivitäten beschäftigt und dort vergleicht er sie mit ähnlichen Ritualen die auf der ganzen Welt verteilt auch außerhalb von
Europa zu finden sind (Frazer J. G. 1955 a (1913):1-20). Was aber Europa betrifft finden wir keine Notiz weder bei Frazer noch bei
Schriftstellern wie de Martino der sich ja sehr mit der Praxis über die Herrschaft des Feuers wie sie in Ozeanien oder auf den
Fidschiinseln ausgeübt wird auseinandergesetzt hat. Er führte dies in einen großen Plan der Göttlichkeit der magischen Kräfte ein.
(De Martino E. 1958 (1948) 69) . In Wirklichkeit gibt es Feuerläufe noch immer in 2 Regionen Europas (2 sehr weit auseinander
gelegene - eine im Westen und eine im Osten) unseres Kontinents. Eine befindet sich im Norden von Spanien wo es einen kleinen
Ort gibt Castilla y Leon fast an der Grenze zum Baskenland seit ewigen Zeiten wird wie dort gesagt wird in der St. Johannsnacht ein
Feuerlauf gemacht bei dem aber über die glühenden Kohlen nur die Einwohner dieses Ortes gehen 5). Die andere Gegend viel
bekannter und untersuchter ist die an der Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland und bei der Gelegenheit des St.
Konstantinsfestes am 20/21. Mai die Anastenarides ein zeremoniellen Feuertanz auf glühenden Kohlen ausüben. Dieses Ritual
das jedes Jahr stattfindet im Aghia Eleni im griechischen Mazedonien ist untersucht wurden von den amerikanischen Anthropologen
Loring Danforth (DANFORTH L. 1989). Er hat es sehr genau beschrieben und die religiösen Aspekte davon untersucht, auch die
Heilungsaspekte davon und gleichzeitig hat er es verglichen mit den Veränderungen die das ländliche und urale Griechenland erlebt hat 6).
Daneben wie ein Gegensatz zum Vergleich der ethnoglogischen und ethnografischen Studie des mazedonischen Rituals Danforth zeigt eine Art des Feuerlaufens ganz und
gar elaisch die sich in den letzten Jahren in den USA nach und nach ausgebreitet hat und dort eine der vielen Therapien der Selbstverwirklichung ist in denen sich die sogenannte New Age Bewegung ausdrückt 7). Es handelt sich dabei um Kurse der
Übung vor allem besucht von Leuten der weißen urbanen Mittelschicht mit einem höheren Bildungsgrad. Die bieten all jenen die sich entfremdet fühlen in der
modernen Welt und sein eigenes Leben als unwichtig empfindet die Möglichkeit in einem veränderten Bewußtseinszustand hineinzukommen und über das Feuer zu laufen ohne sich zu verbrennen (DANFORTH L. 1989: 268).
Wenn man der Beschreibung des amerikanischen Anthropologen glauben will scheint es sich in Wirklichkeit um Kurse zu handeln die denen die in verschiedenen
europäischen Ländern angeboten werden sehr ähnlich sind. Sie werden angeboten von den verschiedenen Personen mit unterschiedlicher Bildung und Ausrichtung. Der
aktivste und bekannteste in diesem Bereich ist vermutlich der deutsche Kurt Schweighardt, ein Naturmediziner der sich in der USA in die Praxis des Feuerlaufes eingeweiht hat. Der auch in Italien bekannt
geworden ist weil er auch den Journalisten Mino Damato vorbereitet hat, und ihn dort in einem Livefilm im staatlichen Fernsehen
einen Feuerlauf machen zu lassen. Vor einigen Jahren hat er ein Buch herausgegeben das sofort auch ins italienische übersetzt
(Schweighardt K. 1987 (1986)) wurde, in denen er seine Erfahrungen und eigene Erlebnisse die mit dem Feuerlauf zu tun haben in
den Jahren in denen er ihn gelernt hat und selbst als Lehrer ausgeübt hat. Er ist auch in den letzten Jahren öfters in unserem Land
gewesen und hat dort verschiedene Menschen auf den Feuerlauf vorbereitet. Diese spektakuläre und beunruhigende Probe enthält
kurze Vorbereitungen in der Dauer von 2 Tagen die die Möglichkeit versprechen was auch dem Programm das demjenigen der
anfragt geschickt wird “in sich selber zu investieren um ein positives kreatives und erfolgreiches Leben zu realisieren”.
Ähnliche Initiativen wohl im Strom einer Mode die aus der USA importiert werden breiten sich auch in Italien aus und sind immer
davon aus auf das objektiv gerichtet die individuelle Motivation zu stärken. Die Kraft des positiven Denkens zu erleben, sich die persönlichen Grenzen auszudehnen oder das Vertrauen in sich selbst zu finden 8). Der ausgedehnte und bunte Markt der
verschiedenen Praktiken und Verbrauche und Konsume die ein verbreiteten Bedarf von persönlichem Wachstum 9) scheint also
eine Umgebung die paßt um den gegenwärtigen Wiederbelebungen des Feuerlaufens der Selbstverwirklichung und der Manipulationen und Verwandlungen des Selbst, von dem sicherlich ein interessantes Beispiel jener ist der im folgenden
beschrieben ist .
Lernen über das Feuer zu gehen.
1. Training und Performance
Diskret abgelegen und fast versteckt in den grünen Hügeln um die Stadt Perugia herum gibt es seit einigen Jahren in Umbria Kurse
um Feuerlaufen zu lernen. So sagt es das einfache Flugblatt das sich folgend vorstellt: Dieser Kurs besteht im Erlernen von
mentalen Techniken, mentale Meditationstechniken in denen bestimmte Übungen ausgeübt werden und bringt die Erfahrung
tatsächlich über einen Glutteppich von der Temperatur von 800 bis 1000 Grad laufen zu können, ohne sich Verbrennungen drittens
und anderen Grades zu holen. Feuerlaufen verstärkt den ursprünglichen Glauben, die Aktionskraft, gibt Vertrauen ins Leben und hilft
uns die versteckten Energien in uns zu spüren und sie zu gebrauchen um das Leben in positiver Weise zu erleben. 1990 als ich mich entschloß eine Forschung über diese Kurse 10) zu machen, stellten sich diese dar wie etwas neues und bizarres und so
rechtfertigten sie eine anthropologische Forschung direkt zu hause. Des weiteren konnte ich immer die Autorität von de Martino (DE
MARTINO E. 1958 (1948): 33-35) anrufen. Der zwischen den ethnologischen Argumenten die uns verbieten die Problematik der
magischen Realität einfach so zu liquidieren, dabei Gudgeon. zitiert der auf der Insel Rarotonga auf den polynesischen Inseln von
Cook selbst persönlich festgestellt hat ob es möglich ist mit nackten Füßen über glühende Steine zu laufen ohne sich zu verbrennen. (GUDGEON 1899) 11). Ermutigt vom positiven Ausgang seiner Probe 12) habe ich auch probiert die Erfahrung zu
machen über das Feuer zu laufen, die ich in den folgenden Jahren 1991/1992 die Kurse vom Feuerlaufen besucht habe die ein paar
Kilometer vor der Stadt waren in der ich lebe. Am Anfang des Kurses sind die Teilnehmer eingeladen ein Blatt zu unterschreiben in
der 2. Bedingungen stehen 1. Selbst die eigene Verantwortung zu übernehmen wenn irgendwelche Verbrennungen auftauchen
sollten während des Feuerlaufs und die andere erwartet den Inhalt des Kurses nicht zu veröffentlichen. Auch ich der ganz klar mein
professionelle berufliches Interesse geäußert hatte, habe diese Verpflichtung übernommen. Die zweite zwingt mich jetzt ein wenig
zu jonglieren zwischen der Notwendigkeit klar zu beschreiben was meine Forschung war und dem Sinn der Treue oder auch der
Komplizenschaft denen gegenüber die mich in diese sehr intensive und einnehmende Erfahrung geführt haben. Ein Kompromiß ich
hoffe ein akzeptabler wird der sein in ungefährer Art und Weise die wichtigsten Punkte der Vorbereitung zu beschreiben ohne ganz
genau zu beschreiben, ich versuche dabei den gesamten Sinn des Events zu beschreiben. Mit weniger Zögern dagegen kann ich
die endliche Performance beschreiben nämlich das Laufen über das Feuer denn dieses findet in einem öffentlichen Raum statt und es nehmen daran teil in einiger Entfernung viele Neugierige 13. Die Szene der Aktion ist etwas abgelegen ein Bauernhof im grünen
zu dem man nur über wenig befahrene Schotterstraßen kommt. Teilweise aspaltiert teilweise nur Schotter und fast wirkt es als ob
dadurch eine intititische Reise bewirkt werden soll. Die Teilnehmer sind 15 Männer und Frauen und zum größten Teil jung, die
meisten davon Studenten oder mit Studienabschluß, auch Angestellte, Selbständige, Arbeiter sie kommen von den verschiedensten
Teilen Italiens nur ein Junge ist aus Umbrien. Viele kommen extra aus Deutschland. Im Kurs von 1990 sind die Deutschen 2/3 des
Kurses. Ein Teil der Italiener und auch ein Ausländer hat diese Erfahrung schon in den vorherigen Jahren gemacht. Einige auch öfters als einmal. Die 2 Männer die den Kurs organisieren und leiten sind auch Deutsche.
Der Leiter Volkert ist ein Homöopath, Meditationslehrer und autogenes Training Lehrer der sich nur in seiner Sprache ausdrückt, den Helfer den ich Martin nennen werde ist
ein Schmied, auch er Meditationslehrer der seit vielen Jahren in Umbrien lebt und in der Lage ist eine Übersetzung in Italienisch zu garantieren. Der ganze Kurs dauert
etwas mehr als 1 1/2 Tage. Er fängt spät morgens samstags an und endet spät abends sonntags,. wenn es schon dunkel ist mit dem Feuerlauf. Am Anfang setzen
sich alle in einen Kreis und jeder erzählt den anderen welche Motive in dazu gebracht haben hier her zu kommen 14). Die Form des Kreises scheint sich nie zu
unterbrechen während des Kurses nur kurz in Momenten die mit Entspannung und Meditation zu tun zu haben. Man ist im Kreis um die Anweisungen der Leiter zu hören,
im Kreis tanzt man und singt man und hält sich an der Hand und nimmt Kontakt mit den Körpern der anderen auf . Der Kreis wird immer enger im Lauf der Stunden. Er ist
eine Abgrenzung für ein Netz das physisch und psychisch immer dichter und dichter wird bis zum letzten Akt der Vorbereitung, bevor wir raus gehen und den Glutteppich
erreichen. Es ist eine Art von Segnung, kollektiver Segnung während der jeder von uns einmal sich in die Mitte des Kreises stellt,
während die anderen ihre Hand über seinen Kopf halten und die Formel sagen: Dein Körper, deine Seele und dein Geist seien heil
und gesund. Der Bezug auf den Geist hat auch etwas mit dem religiösen Horizont zu tun auf den sich ausdrücklich die Leiter des
Kurses beziehen. So sagt z.B. Volker auf eine meiner Fragen : Unsere ist die älteste Religion, ich beziehe mich auf die alte
germanische Religion die sich wiederum auf ältere Religionen bezieht aus der Steinzeit, aus der Bronzezeit. Das Feuerlaufen ist ein
altes Ritual und gibt es in vielen Teilen der Welt, in unserem Fall kommt es von den keltischen Ritualen wie das Wort gabatin sagt, das bedeutet Reinigung oder Verwandlung durch das Feuer 15). Ich werde mich später damit beschäftigen daß die Teilnehmer
dieses Kurses nicht unbedingt den Bezug auf einer nicht genauer beschriebenen keltischen Kultur annehmen müßen, aber ich
unterstreiche jetzt nur ,daß so eine mystische Tradition erzeugt wird mit dem versucht wird dem Ritual ein Inhalt und eine
Authentizität zu geben. Die alten Kelten werden auch immer wieder gerufen mit den Übungen der Runen, Is, Ur und vor allem Man,
schwingende Klänge die im Chor von dem Kurs zur Vorbereitung und auch während des Feuerlaufens gesungen werden. Es wird
uns gesagt, daß diese Gesänge in dem sie in verschiedenen Teilen unseres Körpers schwingen, die Energie und die Lebenskraft
aktivieren, die in jedem von uns präsent ist. Energie mit der wir den Kontakt verloren haben, aber die wir wieder entdecken, und
mobilisieren müßen um den Feuerlauf zu bestehen. Mit den Augenblicken der starken emotionalen und physischen Spannung,
gegeben vom Tanz, Gesang, Schreien, Übungen mit den Runen, wechseln sich Momente der Entspannung, der Meditation, der
Kontaktaufnahme mit dem eigenen Körper, mit wirklichen gymnastischen Übungen ab. In der Zwischenzeit in einem Stück Rasen
nicht weit weg ist ein großer Holzhaufen vorbereitet worden. 26 Doppelzentner sagen die Organisatoren. Den wir am Nachmittag
des ersten Tages besuchen. Der erste Kontakt mit der physischen und der Realität, der Probe wird vorbereitet.
Während wir zum Feuerhaufen gehen müßen wir eine Blume, ein Blatt oder irgend ein Objekt suchen das wir dem Feuer schenken,
wie für ein Tausch für das große Geschenk das uns das Feuer machen wird. Am frühen Nachmittag des 2. Tages gehen wir zum
Holzhaufen zurueck um ihn anzuzünden und jeder nimmt daran teil, jeder mit seiner eigenen Fackel. Es braucht viele Stunden bis
das ganze Holz verbrannt ist und Glut geworden ist, gleich gehen die Flamen hoch ernährt vom reichlichen Diesel, mit denen die
Holzscheite übergossen worden sind, während wir ein bißchen besorgt und perplex das ganze Schauspiel beobachten. Als ein
Prozess der nicht mehr aufzuhalten ist. Kurz vor der endlichen Feuerprobe werden uns die letzten Anweisungen gegeben. Es wird
uns immer wieder gesagt, daß der wichtigste Moment nicht der ist wenn man wirklich über das Feuer geht sondern wenn man sich
entscheidet es zu tun. In dem Moment wenn wir vor dem Glutteppich stehen, wird eine innere Stimme uns sagen ob wir gehen oder
nicht gehen sollen. Das Feuer erinnert uns Volkert kann man nicht beherrschen wir können nur unsere Angst beherrschen. Er
versichert uns daß es schwerer ist nicht zu gehen und er fordert uns auf die zu respektieren die nicht über das Feuer gehen weil sie
gewußt haben sich selbst zuzuhören. Es wird uns auch gesagt, daß wenn wir über das Feuer gehen müssen wir mit dem Blick auf
die andere Seite schauen sollen dort wo wir ankommen, das wir uns vorstellen sollen, daß aus unserem Bauchnabel eine
Lichtschnur kommt die in die Richtung unseres Zieles geht und führt. Um sieben Uhr abends ist es schon dunkel und alles ist
bereit. Das Holz ist verbrannt und Martin hat eine Schicht Glut etwa 5 Meter lang und 2 Meter breit und 10 cm tief vorbereitet. Die
Hitze ist sehr stark, es ist schwer in der Nähe zu bleiben. In der Zwischenzeit im Dunkeln versteckt hat sich eine kleine Gruppe
Neugieriger angesammelt. Martin lädt sie ein sich etwas zu entfernen und keine Geräusche zu machen, indem er ihnen auch sagt
daß wir ein Akt tun der für uns heilig ist. Wir gehen im absoluten Schweigen um das Feuer, dann singen wir ein letztes Mal das
Feuerlied, das jeden Moment von der Vorbereitung gekennzeichnet hat und endlich rufen wir mit großer Stimme das Feuer, wir
ziehen uns die Schuhe und die Socken aus, wickeln uns die Hosen hoch und stellen uns an zwei Seiten längs des Feuers auf. Wir
beginnen die Rune Man zu singen und dieser Gesang wird anhalten bis alle über das Feuer gegangen sind. Volkert geht als erster,
er nähert sich bis auf wenige Zentimeter dem Feuer, er verneigt sich vor ihm, konzentriert sich einen Moment und los geht’s. Die
Arme hoch und weißen in den Himmel um die kosmische Kraft zu nehmen, wie in der Vorbereitung gesagt wurde, mit einem
schnellen und entschiedenen Schritt, mit 6 oder 7 Schritten geht er über das Feuer ohne Schmerzen zu zeigen. Auf der Seite der
Ankunft steht eine kleine Wasserschüssel in der die Füße getaucht werden um evtl. Glutstücke die zwischen den Zehen bleiben
könnten auszulöschen. Gleich danach kommt Martin dran und nach und nach die anderen. Es gibt keine Ordnung des Laufs, nach
und nach geht jeder wenn er sich bereit fühlt, stellt sich vor das Feuer sammelt sich einen Moment um die innere Stimme zu hören
und geht entschieden in die Glut. In den 2 Kursen in denen ich teilgenommen habe sind alle gegangen bis auf eine junge Frau die
nach einem Moment der Überlegung sich entschied doch nicht zu gehen. Einige enthusiastische oder mutige gingen ein oder
zweimal über das Feuer. Volkert wartet auf uns am Ende des Laufs und umarmt jeden der ankommt. Keiner scheint Schmerzen zu
spüren oder verbrennt sich in ernster Art und Weise. Nur einige haben kleine Verbrennungen, die Volkert sofort behandelt mit diversen Cremen die er mitgebracht hat.
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2. Feldforschung und persönliche Erfahrung.
Es ist vielleicht zu einfach in den Kursen des Feuerlaufs ein Bsp. zu sehen wie die Feldforschung und die Autobiographie des Ethnographen sich in einander verweben
können und um es mit dem dänischen Anthropologen zu sagen der seit einiger Zeit über dieses Thema arbeitet, “das Fieldwork befindet sich zwischen Autobiographie und Anthropologie.
Es verbindet eine wichtige persönliche Erfahrung mit dem allgemeinen Feld der Kenntnis”. HASTRUP K. 1992: 117) 16). Ich habe nicht vor in diesem Aufsatz mich mit
Theorien zu befassen die von einem so kompliziert und von einem umstritten Thema handeln. Aber ich muß zugeben, daß ich in
meiner Forschung die Überzeugung von Turnbull überzeugend und ermutigend fand. “Die Fähigkeit voll teilzunehmen sich im
emotional einzulassen auch intellektuell in eine andere Kultur nimmt nichts von unserer Fähigkeit der rationalen Analyse der
Objektivität der Intellektualität, im Gegenteil es gibt dadurch ein Reichtum von Daten die ohne diese Vorgehensweise nie zu
erreichen wäre”. (TURNBULL C. 1990 S.51.) Am Ende des Kurses gibt Martin uns einen kurzen Text und er lädt uns ein ihn
abzuschreiben und zu hause aufzuhängen als Erinnerung der Erfahrung. Der Text sagt: Ich bin über glühende Kohlen von 800 Grad
gegangen und habe so das unmögliche möglich gemacht, von jetzt an schaffe ich alles was ich mir wünsche, mit Erfolg und meiner
Selbst sicher, dafür danke ich von Herzen. Wenn es auch grammatikalisch etwas unsicher ist diese wenigen Worte geben ein
Versprechen und eine Erwartungshaltung von persönlichem Wachstum die wie sich sehen wird eine der wichtigsten Motivationen
von Teilnehmern von Feuerläufen ist. Auch ich habe den Text abgeschrieben, den ich allerdings nie aufgehängt habe, nicht nur um
dem Kursinhalt treu zu sein aber auch weil ich enthusiastisch war, ich habe diese Probe überstanden und ich hoffte irgendwo es
könnte ein Anfang einer persönlichen Veränderung sein. Die ich notwendig empfand für mich selber bevor ich diesen Kurs begann.
Bin ich wirklich verändert habe ich einen Veränderungsprozeß eingeleitet. Eine Antwort in der Realität abgesehen davon daß es sehr riskant wäre geht doch zu weit in den Teil der Autobiographie 17)
Ich bin sicher daß ich wirklich eine Erfahrung gemacht habe, der Erneuerung und dieses Gefühl hat mich monatelang nach dem
Kurs begleitet und mir eine Art von Energiereserve gegeben von der ich lange tanken konnte in verschiedenen komplizierten
Situationen meines Lebens, diese sind sicherlich autobiographisch. Auf der anderen Seite gefällt es mir und scheint mir auch
plausibel daß Volkert als er mich am anderen Ende des Glutteppichs umarmt hat mir ins Ohr geflüstert hat. “Du verstehst”. In
diesem Fall wollte er mir vielleicht mein Fortschritt sagen vom Forscher zum Teilnehmer, also zu einem Teil der Gruppe und so
meine Intellektualität nicht nur unterstreichen wollte aber auch meine Disponibilität, die sichere Stellung des Beobachters
aufzugeben um mich statt dessen bis zum Schluß in ein Spiel einzulassen, das ich mit den anderen teilen konnte und für mich eine
wunderbare emotionale Erfahrung war. Tatsächlich erlebt der Forscher danach die Unmöglichkeit sich hinter einer mittlerweile
überflüssigen Rolle des Beobachters zu verstecken. Nicht nur weil er in dem dichten Spiel der Gegenseitigkeit sich eingibt sondern
auch mit den anderen beobachtet und kommentiert und schaut was die anderen sagen. Niemand gibt ihm ein Privileg von Unterscheidung oder Abstand nicht mal bin ich der einzige der Fragen stellt 18).
Trotzdem war es mir möglich während der Vorbereitung an der ich skrupelvoll teilgenommen hatte und die mich tief beschäftigt hat
und in der ich für mich auf eine ungewoehnliche Art mein intellektuelles Ich opferte 19), war es für mich möglich in den kurzen
Pausen die es gab mich von den anderen zu entfernen und meine Rolle als Forscher wieder gewinnend, schrieb ich einige
Aufzeichnungen. Aber als ich mich endlich vor dem Glutteppich befinde in der erwarteten und gefürchteten Probe 2 Tage lang
gewartet, da sind das Notizbuch und der Stift wo anders. Nutzlos und bewegungslos. Ich habe keine andere Wahl als die Sintonie
mit meinen Gefährten zu suchen und mich dem Fluß der Geschehnisse anzuvertrauen, den Gefühlen, dirigiert von den Worten der Leitern des Kurses.
3. Die subjektive Körper
Jetzt ist es der Körper der in dem Mittelpunkt der Szene steht und seine Umrisse werden immer unklarer und unfaßbarer je näher man der Glut kommt. Man sammelt
sich ganz in ihm, würde ich sage man reduziert sich total auf ihn und es ist dieser Informant an dem man sich im folgenden wenden muß um die Erfahrung oder das
Bewußtsein der übersetzen zu können für das Erlebnis auf der eigenen Haut erfahren wurde. Hier steht nicht auf dem Spiel die Intelligenz des Ethnographen, im verstehen
des Standpunktes des Eingeborenen (MALINOWSKI B. 1992:25); es ist eher sein eigener Körper der sich im Raum geteilt mit den anderen bewegt um eine Erfahrung
so anders als normal zu erleben. So wird seine Teilnahme ausgenommen von der Aufgabe die Eingeborenen zu beobachten, entdeckt er sich wie eine physische Aktion,
er macht das was die Eingeborenen tun und gemeinsam mit ihnen wie das Lernen eines Wissens das alles auf einen Schlag gegeben wird und ohne die Übersetzung der Worte 20). Und tatsächlich der gesamte heterogene erklärende Apparat der von
den Leitern aufgestellt wurde mythisch religiöse Bezüge Anleitungen, Anregungen funktioniert nicht als Lehre. Er gibt nicht genug Information um mit Verstand des Dinges das Feuer zu überschreiten, ihre Worte
haben nicht den Anspruch auf Wahrheit oder Überprüfung in der Realität. Eher als ob sie im Moment gehört werden wollten als
etwas wahres, wenigstens bis man sich entscheidet vor das Feuer zu stellen. Eine Aufhebung des Unglaubens, eine wenigstens
zeitweise Abkehr vom skeptischen Rationalismus und Wissen wollen, eine Bereitschaft in die Realität der Welten die von den
Leitern des Kurses hervorgerufen wird, auch die weitesten vom narzistischen Horizont in dem der Forscher sich selbst
wiedererkennt, das zeigt sich sofort als notwendiger Schritt um die Erfahrung des Feuerlaufens verstehen zu können in der ja der Ethnograph gleichzeitig Zeuge und Teilnehmer ist 21). Wenn dann endlich die 2 Reihen auf den Seiten des Glutteppichs der im
dunkeln scheint, wie eine Insel von Licht und Wärme hinstellen dann ist die emotionale Spannung ganz hoch. Wir alle beginnen die
Rune Man zu singen und die Vibration der Stimmen laufen ineinander ohne Pausen so begleiten sie die Personen die sich vor das
Feuer stellen, einen Moment der Konzentration um die innere Stimme zu hören und man bewegt die nackten Füße vom kühlen
Boden und man ist sofort auf den glühenden Kohlen. Ich wüßte nicht wie ich praktisch die Gedanken und Emotionen die in diesem
Moment in meinem Kopf waren beschreiben sollte, ich kann nur sagen daß es kein Zustand der Trance war also ist es vielleicht
besser zu sagen was man im Körper fühlt. Während bis kurz davor starke Hitze verhindert, daß man sich zu sehr dem Feuer der Glut
näherte, fühlt ich jetzt nichts mehr während ich davor stehe und mich vorbereite darüber zu gehen. Nach einem kurzen Zögern hebe
ich die Arme zum Himmel und rufe Man mit all meiner Kraft und auf einmal fühle ich meine Füße wie sie losgehen, es ist wahr wie
Volkert gesagt hat, der entscheidende Moment ist der der Entscheidung hineinzugehen und die nachfolgenden Aktionen gehen fast
wie automatisch. Ich bin endlich auf dem Feuer ich fühle mich sehr warm aber keinen Schmerz, ich wundere mich daß ich das
Knacken der Kohle unter den Füßen hören kann als ob es Sand wäre. Nach den gelernten Anweisungen schaue ich nicht wo ich
gehe aber gerade vor mich in Richtung des Ziels, wenn ich es nicht erlebt hätte ich hätte nie gedacht, daß der vibrierende Gesang
der anderen eine Art klangvoller Halt gibt. Es ist wie eine unsichtbare Hand die dich zu halten scheint die dich über die glühenden
Kohlen transportiert Man wünschte daß der Gesang noch stärker wäre und intensiver als ob wenn man sich an ihm festhält über
das Feuer fliegen könnte. In funf oder sechs Schritten komme ich auf der anderen Seite an. Die Spannung explodiert in einem
unhaltbaren Weinen, das auch weitergeht als ich zurück gehe in meinem Platz in der Reihe und meinen Gesang mit den anderen
vereine, als ob ich das Geschenk das sie mir gemacht haben zurück geben wollte. Am Ende fühle ich mich mitgerissen von einer
unhaltbaren und mysteriösen Euphorie. Die von einer Glückseligkeit deren Gründe ich nicht kenne, aber die ich selber als in einem
reinen Zustand definieren würde. Ansonsten kann ich bezeugen, daß tatsächlich ohne irgendwelche Tricks oder Hilfsmittel wie viele Ungläubige vermuten 22) daß man tatsächlich mit nackten Füßen über einen Glutteppich gehen kann der fünf Meter lang ist, ohne
sich zu verbrennen oder Schmerz zu verspüren 23) .
So befinde ich mich jetzt im peinlichen Paradox etwas getan zu haben, daß der allgemeine Verstand als unmöglich empfindet und
gleichzeitig bevor ich es getan habe nicht zu wissen und auch nicht sagen zu können wie es möglich war. Ich kann jedoch erwähnen
daß der Körper etwas tun konnte als die rationalen Funktionen des Denkens ihn zeitweise verließen. So muß man anerkennen daß
das Wissen, das der Anthropologe im Versuch erworben hat dieses mal und vor allem ein Wissen des Körpers ist, es ist ein zu tun wissen als auch ein Sein zu wissen 24). Das sich des weiteren in nichts von dem unterscheiden das die anderen Teilnehmer erlebt
haben. Man könnte annehmen daß dieses mal der unstillbare Hunger für seltsame Extravaganzen wirklich wenig Resultate
hervorgebracht hat. Aber einige neuere Forschungen in der anthropologischen Debatte scheinen mir einige Rettungsmöglichkeiten
für diese Theorie zu geben. Ich beziehe mich auf eine prospektive der Analyse auch wenn sie verschieden genannt werden je nach
dem Standpunkt Anthropologie der Performane, Anthropologie der Erfahrung, Theorien des Enbodyments usw., darin
übereinstimmen, daß der Körper eine Zentrale Position und eine aktive Rolle in der Herstellung des Selbst und der Erfahrung hat 25). Des weiteren um sich bei den Gründerväter zu flüchten die der Vorschlag die Rolle des Körpers und der Erfahrung als
Protagonisten zu akzeptieren, ist eine Wiederaufnahme der Intuition von Mauss der sagt:” der Körper ist das 1. und natürlichste
technische Objekt und gleichzeitig technisches Hilfsmittel des Menschen (MAUSS M. 1991 (1950): 392 unterstrichen) und das ist
vielleicht das Bild in dem das Thema vom Wissen des Körpers eine Stelle in unserer Disziplin finden kann 26).
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4. Kulturelle Horizonte und therapeutische Erwartungen
Sicherlich konnte sich De Martino nicht vorstellen daß die exotischen Praktiken von der Herrschaft über das Feuer bei uns in ganz
profaner Form wieder darstellt in einfache therapeutische Gelegenheit übersetzt , gebogen zu Zwecken des persönlichen Erfolgs, beleidigt in Fernsehshows von mittelmäßigen Persönlichkeiten 27) oder sogar lächerlich gemacht und degeneriert in der
kommerziellen Werbung 28). Aber auch die Leichtigkeit mit der ein Ritual so reich an magisch religiösen Beziehungen in den
offenen Häfen der postmodernen Gesellschaften aufgenommen wurde, verbietet es die Unwichtigkeit von vielen kulturellen Moden
auszugrenzen, die das Panorama der gegenwärtigen Konsume verhindern. Tatsächlich stellen die Feuerlaufkurse eines jener
Grenzgebiete dar ,in dem ein bewegliches und ungewisses Verhältnis gespielt wird zwischen Verwandlung und Identität. Wie einer
jener Mikrophänomene in unserer Kultur von denen die anthropologische Forschung wichtige Gesellschaftsveränderungen in der Gegenwart beleuchten kann 29). Deswegen kann auch so ein Feldversuch wenn auch kleiner Versuch teil jener notwendigen
Ethnologie sein der früher einmal sich in dem Studium der primitiven Menschen erschöpfte und die heute aber gezwungen ist sich
mit den formidablen Mechanismen von künstlicher Produktion, der Identität sowohl kollektiv als auch individuell die unsere
Gesellschaft in Bewegung gesetzt hat. (AUGE M. 1989 S.33). Die Motivation der Teilnehmer beim Feuerlaufkurs sind in 2
Feldversuchen betrachtet worden. Die erste bot sich an am Anfang des Kurses als wie ich schon gesagt habe jeder eingeladen war
sich den anderen vorzustellen und kurz seine Motive teilzunehmen darzulegen. Die 2. habe ich vorbereitet in Form eines
Gruppeninterviews das ich abends zwischen dem 1. und 2. Tag des Kurses 1991 machte Teilgenommen haben die 2. Veranstalter
und 7 der Teilnehmer des Kurses . Da dieses Interview sehr informell war, hat jeder verschieden an der Diskussion teilgenommen.
Ein paar Personen z.B. haben nie etwas gesagt nie teilgenommen aber das ganze mit großem Interesse verfolgt. Den anderen
zustimmend oder nicht zu stimmend. Aber alle waren mit große persönlicher Teilnahme da. Ich habe schon gesagt, daß die
Organisatoren dieses Kurses eine religiöse Dimension mit dem Feuerlaufen und den keltischen Ritualen die sie angeben mit
einbeziehen. Beide unterstreichen, daß die Teilnehmer ganz frei sind. Den religiösen Glauben annehmen oder nicht, weil es nicht
ihr Zweck ist Werbung für einen Glauben zu betreiben, aber jedem eine Möglichkeit der persönliche Erfahrung des Wachstums
wenn er will anzubieten. Warum aber heute diese Rituale anbieten. Weil so sie sagen die gegenwärtige Gesellschaft, die
Konsumgesellschaft, die Entfremdung hat die meisten Menschen von der Lebenskraft entfernt. Sie hat sie von sich selbst
entfremdet, unzufrieden unglücklich, weil es nötig ist diese Gesellschaft zu verändern, die auf Werte aufbauen wie Reichtum,
Konsum, dem Erscheinen statt dem Sein aber daß das passieren kann ist eine Veränderung nötig nicht von Seiten der Politik,
zuerst muß eine innere Veränderung stattgefunden haben. Daß ist das magische Wort, das Leitmotiv der Lehrer und der
Teilnehmer, sich selbst finden die eigenen verborgenen Potentiale entdecken, wachsen sich mit Energie aufladen, daß eine
wirkliche Sein erkennen, das sind einige sich wiederholende Ausdrücke wenn es um die innere Veränderung geht. Feuerlaufen wird
als etwas angesehen das ein Mittel ist um diese Objektive zu erreichen, wie eine Erfahrung die einem selbst auf die Probe stellt, die
eine Möglichkeit um es mit den Worten eines Befragten zu sagen, mit der Hand das Unmögliche berühren zu können, zu erfahren,
daß das Unmögliche in uns ist. Daß wir es geschaffen haben. Wenn die Selbstveränderung und das persönliche Wachstum ein
erwartetes Ergebnis von dieser Erfahrung sind, so war es nicht für alle eine ursprüngliche Motivation. Für einige war es ganz einfach
Neugier oder die Notwendigkeit auf diese Weise die tägliche Routine zu durchbrechen. Bsp.: Ich arbeite, ich montiere taiwanische
Anlagen, wir machen ein standardisiertes Leben, dort draußen kannst du nichts verwandeln wir haben diesen Ruf in uns selber
etwas zu suchen, für andere ist es eine Situation der persönlichen tiefen Krise. Es ist der Fall z. B. eines Arbeiters aus dem Veneto,
der eine starke Depression hatte und dadurch viele Krankheiten hatte: Er sagte ich wußte nicht mehr ob ich schon lebendig oder tot
war. Er hatte schon am Jahr zuvor am Feuerlauf teilgenommen und beschreibt jetzt so, die Verwandlung seines Lebens. Ich bin
gegangen und habe es ganz ruhig geschafft. Am Tag danach ist in mir etwas wunderbares geschehen. Denn mein Leben als es in
Kontakt kam mit der Kraft die wir in uns haben begann ab jenem Tag sich zu verwandeln, jeden Tag mehr und es verwandelt sich
noch immer und entwickelt sich weiter. Ein anderer Arbeiter aus dem Veneto, der vor einem “tierischen” Alkoholproblem kam über
einen anstrengenden Lebensweg von dem er nicht genauer sprechen wollte, hat im Feuerlauf eine weitere und definitive
Bestätigung der eigenen Kraft gefunden. Die er jetzt auch den anderen anbieten kann, indem er in einer Gruppe von Alkoholikern in
Selbstbehandlung arbeitet. Das Thema von der Kraft und der Energie auch wenn es sich nach dem ideologischen Horizont des
einzelnen etwas anders darstellt kommt doch häufig in den Sätzen der befragten vor, als erklärende Prinzip und gleichzeitig auch als
zentrale Motivation zum Feuerlauf. So sprechen einige von feinen Energien, von einer kosmischen Energie die mit der Welt geboren
wurde und die die primitiven Völker kannten und mit ihr umgehen konnten. Die dagegen aber die zivilisierten Menschen verloren
haben und diese Energie kann durch das Feuerlaufen wieder entdeckt werden und tut daß du die Füße nicht verbrennst wie ein
Befragter sagt, es ist ein Kissen der kosmischer Energie, von stärkster Energie, die dich von der Hitze isoliert. Es gibt eine
Opposition aber friedliche Existenz zwischen narzistischem Wortschatz, das autogene Training ist ein Mittel das dir hilft zu verstehen
was für Energien zu deiner Verfügung stehen, das dir die Möglichkeit gibt diese Energien in dir zu laden. Sie beherrschen zu können
und esoterisch religiösen Wortschätzen, das Mantra ist diese Energie OM das MAN sind diese Energien, sind Vibrationen, sie
werden genutzt um beim Feuerlauf aktivierte Kraft zu identifizieren. Die Energie stellt sowohl das kollektive gemeinsame Ergebnis
während der Vorbereitung dar, als auch, das was der einzelnen als wertvollstes gewinnt beim Feuerlauf. ” Wenn du aus dem Feuer
kommst, dann schwör ich dir kannst du wirklich keine Krankheit kriegen, weil du wirklich so stark in dir bist, voller positiver Energien.
Das ist der Preis der wie ein Tausch unter den Teilnehmern ist. Gegebene und Empfangene Energie. Erzeugt und verbraucht, gegeben für die anderen und aufgeladen für die Zukunft 30).
Die Analyse der Bedeutung und der Motivation ist eine 1. Funktion der Feuerlaufkurse. Sie stellen sich als ein Platz dar, in dem
sowohl die unzufriedene Existenzdepressionen und auch die Ablehnungshaltung als auch die Kritik an der Gesellschaft zu
verbinden und sie zu befriedigen in einer Dimension, der offensichtlichen Veränderung garantiert vom außergewöhnlichen
Charakter der Performance und der exotischen Art der symbolischen Bezugshorizonte. In dieser Art rechtfertigen sich die Themen
des persönlichen Wachstums, des Selbstbewußtseins, des psychologischem Wohlseins, der Kontrolle der Ängste und Befürchtungen 31). Und sie drückten sich aus in einem Idom, zusammengesetzt von kosmischer Energie, den Chakra,
schamanische Erfahrungen, von den antiken Religionen, keltischen Religionen, kurz gesagt eine ausgebreitetes Modell, daß
kulturelle Bezüge wiederholt und sie integriert auch wenn sie sehr heterogen untereinander sind, aber gleichzeitig der westlichen
wissenschaftlichen Rationalität fremd sind. Die synkretische lockere Art, wie verschiedene Feuerläufer ihre eigene Erfahrungen
ideologisch ausdrücken scheint übereinzustimmen mit der frementierten individuellen Identität, die als Charakterisk der
kontemporalen gegenwärtigen Gesellschaft, gesehen wird. (LASH S. - FRIEDMANN J. 1992). Daß sich dann auch darstellt unter
anderem als ohne exklusive und autoritäre Bezüge, die Teilnahme ohne Reserviertheit fordern. Im Gegenteil man könnte sogar
sagen, daß weil die Feuerlaufkurse wie ein verzweifelter Versuch der Zusammensetzung von heterogenen ideologischen
Bruchstücken und körperlichen Praktiken darstellt können sie sich leicht auf dem Markt der kulturellen Konsume als ein kleines
Stück des Mosaiks der Erfahrung, das immer mehr Menschen mehr oder weniger unzufrieden von sich suchen und
zusammensetzen wollen in dem schwierigen Prozeß der Konstruktion ihrer eigenen Identität. In diesem Sinne muß man diesen
Kursen ihr therapeutisches Ziel anerkennen und es wird des weiteren auch offen zugegeben, hervorgestellt von den Organisatoren
als auch von den Teilnehmern. Sicher es ist ein therapeutischer Wert der in keiner Art den Diskurs der Biomedizin berührt. Weder
auf der Seite der Krankheit noch auf der Seite der Vorbeugung der Krankheit. Seine Effizienz mißt sich nicht in der Behandlung von
genauen symptomatischen Begebenheiten und auch nicht um bestimmte genaue Ziele der Gesundheit zu erreichen eher in einem
negativen Sinn gibt es viele existentielle Unwohlheiten die notwendigerweise behandelt werden wollen. Der persönlichen Impotenz
etwas zu überwinden von schweren Gefühlen des nicht Angemeßenseins und Ängste die gestillt sein wollen. Während es im
Positiven versteckte Energien im Selbst aktivieren will. Wege des inneren Wachstums die zu beginnen oder zu befestigen sind, eine
stärkere und bessere Anwesenheit der Welt zu gewinnen. Es handelt sich also mehr oder weniger um den unbestimmten und
weiten Aktionsfeld sogenannte polymistische oder alternative Medizin. Mit dem des weiteren die Feuerlaufkurse sehr gerne, Teile
des Vokabulars austauschen auch der Pratkiken. Es ist jedoch sicher daß diese Kurse, nicht wie eine Art der Spezialität der einen
oder anderen Schule zugeordnet werden. Noch besitzen sie einen so spezifischen und organischen Apparat von Theorien durch die
eine therapeutische Schule bestimmter Art zugeordnet werden könnte. Eher befinden sie sich in einer Position der Fortsetzung oder
wenigstens der friedlichen Koexistenz mit einen weiten und heterogenen Gebiet von Praktiken, daß außerhalb oder gegen die
Biomedizin ein unstillbaren Markt, daß alternative Therapien erfindet sei es neu oder von alten mehr oder wenig exotischen
Traditionen herholt. Fortsetzung die sich in verschiedenen gemeinsamen Linien vor allem die Probleme auf die eine Antwort
gegeben werden soll und die Behauptung daß Geist und Körper ein untrennbares sind und vor allem und klar wiedererkannt und ausgeübt von den Gebrauchern ihren eigenen wechselbaren Gebrauch der Quellen ihres Gebietes.
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