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Druidische Weisheit und ihre heutige Bedeutung
Vortrag druidische Weisheit an den Eschbacher Klippen - Lehre hat ihre Wurzeln in vorchristlicher Zeit
Eschbach (cu): Zweierlei kommt zusammen, wenn sich Mitglieder
und Freunde der naturreligiösen Gruppe rund um Volkert Volkmann treffen. Es ist die Pflege überlieferten keltischen Brauchtums in Verbindung mit dem Glauben an die Beseeltheit der Natur und die
Kraft, die man daraus schöpfen kann.
Vergangene Woche war Philip Carr-Gomm aus England bei der Gruppe zu Besuch. Carr-Gomm ist gewähltes Oberhaupt des
größten Druidenordens der Welt, der Order of Bards, Ovates and Druids (OBOD). An den Eschbacher Klippen sprach er über druidische Weisheit und ihre heutige Bedeutung. Eines
seiner vorrangigen Ziele ist es, das Wissen der Druiden über Natur. Psyche und Kosmos in die heutige Zeit zu übertragen
und anwendbar zu machen. Wichtig dabei erscheine es ihm, den Kontakt zur Natur herzustellen, zur Landschaft, in der
man lebt, und sich auf das Wesentliche zu besinnen, nicht nur um innere Zufriedenheit zu finden, sondern auch um in der
Gesellschaft nützlich zu sein, indem man sein Potential entfaltet. Dabei orientiert sich die druidische Lehre, die ihre
Wurzeln in vorchristlicher Zeit hat, am Jahreskreislauf, feiert Jahreszeitenfeste wie die Sonnenwende und ähnliches.
“Es gibt viele Wege, sich den Dingen zu nähern, und die eigene Geschichte zu erforschen.” so Carr-Gomm. ein weit
verbreitetes Problem ist, sich nicht zu Hause zu fühlen, nicht in dem Land, in dem man lebt, nicht in der Gesellschaft und
nicht einmal im eigenen Körper. Gerade die einfachen Dinge schafften jedoch Zufriedenheit. Carr-Gomm ging auf einige Strömungen in Deutschland im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein, so kamen die Anthroposophie und die
Wandervogelbewegung zu Sprache. Man müsse lernen in der Geschichte Gutes und Schlechtes voneinander zu trennen und dürfe das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, erfolgte der Hinweis, das man die deutsche Geschichte nicht auf
den Nationalsozialismus reduzieren dürfe.
Im Anschluss an Carr-Gomms Vortrag wanderte die etwa 20-köpfige Gruppe zum Seierstein, wo sie von Barden und
Ovaten empfangen wurde.
Mit kleinen Zeremonien, Triaden, Harfenspiel, Wechselgesängen und einem Mysterienspiel, bei dem eine Tänzerin im
Feenkostüm in Erscheinung trat, riefen sie hier keltische Kultur, Sagen und Geschichten in Erinnerung. Dabei wurden in ausdrucksreicher Sprache die Verehrung und der Respekt gegenüber den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft
deutlich, aber auch der Stellenwert von Kreativität und Weisheit. Die Gewänder der Darsteller seien international einheitlich, erläuterte Volkmann, blau weise die Barden aus, grün die Ovaten. Die Triaden hatten Politik und
Lebensweisheiten zum Inhalt und ließen häufig auf einen humorvollen Geist schließen. Andere Beiträge waren poetischer, meditativer Natur.
Zum Ende der Veranstaltung, als Abschiedsgeschenk, übergab Volkmann an Carr-Gomm einen geschnitzten Stab, der
symbolische alle guten Wege für den Empfänger öffnen soll.
Foto: Urbano - Philip Carr-Gomm lauscht dem Harfenspiel von Katja Hütte und Volkert Volkmann (von links)
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